Geseko von Lüpke

Jahrgang 1958
Vater von drei Kindern (30, 24 und 14 Jahre alt)
Journalist und Buchautor, freier Publizist
schreibender Aktivist
internationaler Netzwerker von Zukunftsprojekten
Anbieter (seit 2001) und Ausbilder (seit 2008) von Visionssuchen
Seminarleiter tiefenökologischer Prozesse (Work that reconnects)
Initiator der ‚Sulzbrunner Symposien‘ in der ‚Gemeinschaft Sulzbrunn‘

Vielfältige Fort- und Weiterbildungen im Bereich Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung, mit Schwerpunkt Naturerfahrung, Wildnispädagogik, Tiefenökologie, initiatorische Arbeit, Council-Kommunikation, Tantra, Watsu, Schamanische Ritualarbeit, Körpermalerei

Meine jungen Jahre waren von politischer Aktivität im linken Spektrum geprägt und stark ideologisch ausgerichtet. Als junger Erwachsener begann ich mich parallel mit Selbsterfahrung zu beschäftigen, machte Erfahrung in Bioenergetik, Atemarbeit, Holotropem Atmen, Meditation, Körperarbeit und schamanischer Praxis. Doch der innere transformative und äußere politische Weg schienen wie verschiedene Schienen ohne wirkliche Berührungspunkte. Das öffnete sich in der Auseinandersetzung mit Umweltthemen rund um die Aktionen gegen Wackersdorf und die Erfahrung von Tschernobyl, wo klar wurde, es braucht auch eine innere Transformation, um zu wissen, wofür ich mich engagieren wollte.

Tiefenökologie

Wirklich zusammen flossen die beiden Impulse in der Begegnung mit dem Ansatz der ‚Tiefenökologie‘, die unser Menschen- und Weltbild erforscht und zum Paradigmenwandel in uns und der Gesellschaft auffordert. Hier gilt innerer Wandel und spirituelle Praxis als Kraftquelle für politische und ökologische Aktion. Als Schüler von tiefenökologischen Pionieren wie Joanna Macy, Arne Naess, Dolores LaChapelle, John Seed, Tom Brown und zahlreichen indigenen Weisen tauchte ich tief in das tiefenökologische Denken ein und wurde selber zu einem Initiator und Autor dieses Ansatzes in Deutschland (‚Tiefenökologie – wie wir morgen leben wollen‘, 1996 / ‚Kooperation mit der Evolution‘, 1999).

Beruflicher Werdegang

Denn nach einem Studium der Politikwissenschaft und Ethnologie (Promotion zum Dr.rer.pol.) hatte ich mich für den Journalismus entschieden und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Kulturjournalismus und Umweltjournalismus, sowie Berichte über den kulturellen Wandel wurden mein Schwerpunkt meiner Arbeit im ARD-Hörfunk, Magazinen und Printmedien. Berichte zur ökologischen Ethik führten zu Fortbildungen in Tiefenökologie, Wildnis- und Öko-Pädagogik, wo ich bald eigene Seminare anbot, die meine journalistische Auseinandersetzung ergänzten.

Visionssuche

Die Begegnung mit der Praxis der Visionssuche Mitte der 90er Jahre führte zur Ausbildung an der kalifornischen School of Lost Borders zum Visionssuche-Leiter. Seit 2001 leite ich Visionssuchen in Deutschland, Italien, Slowenien und Südafrika, seit 2008 bin ich im Team von Ausbildern zur Visionssuche-Arbeit. Dazu erschien im Jahr 2000 gemeinsam mit Sylvia Koch-Weser das Buch ‚Vision Quest. Visionssuche: Allein in der Wildnis auf dem Weg zu sich selbst‘, dass heute zur Grundlagen-Literatur dieser Wildnisarbeit gilt.

journalistische Wege

Neben der begleitenden initiatorischen Arbeit von persönlichen Lebensübergängen agierte ich journalistisch immer mehr auch als Chronist kollektiver gesellschaftlicher Übergänge. Seit Ende der 90er Jahre beschäftige ich mich intensiv mit zivilgesellschaftlichen Zukunftsprojekten in aller Welt und berichte in Film, Funk- und Printmedien über Projekte der Hoffnung, besonders die Initiativen, die mit dem ‚Alternativen Nobelpreis‘ ausgezeichnet werden. Hierzu erschienen 2003 ‚Die Alternative. Wege und Weltbilder des Alternativen Nobelpreises‘ und in Folge einer internationalen Tagung für das Goethe-Institut 2010 ‚Projekte der Hoffnung. Eine andere Globalisierung‘ mit Peter Erlenwein. Daraus entwickelten sich weitere große Konferenzen, Symposien und vernetzende Bildungsveranstaltungen mit PreisträgerInnen aus aller Welt.

Die ethnologische Auseinandersetzung mit indigenen Kulturen führten zur Mitarbeit an internationalen Zusammenkünften indigener Heiler und dem Buch ‚Altes Wissen für eine neue Zeit. Dialoge mit Schamanen und Heilern des 21. Jahrhunderts‘ (2010). Die Auseinandersetzung mit inneren und kollektiven Transformationen drückten sich 2012 in dem Reader ‚Zukunft entsteht aus Krise‘ aus, der Gespräche mit zivilgesellschaftlichen Pionieren und VordenkerInnen umfasst.

Alternative Lebensgemeinschaft

Die letzten Jahre engagierte ich mich stark im Aufbau alternativer Lebensgemeinschaften, wodurch die ökologische ‚Gemeinschaft Sulzbrunn‘ bei Kempten im Allgäu 2017 zu meinem Lebens- und Arbeitsmittelpunkt wurde. Dort initiiere ich die öffentlichen ‚Sulzbrunner Symposien‘, die sich 2019 mit 50 internationalen Gästen unter dem Titel ‚Rebellen des Friedens‘ der Synthese aus Spiritualität und politischer Aktion widmete und 2020 unter dem Titel ‚radikALTERnativ‘ Wege zu einer neuen Kultur des Alterns erforscht.

Persönlicher Wachstumsprozess

Neben dieser transformativen gesellschaftlichen Arbeit ging mein persönlicher Wachstumsprozess durch Wachstums-Krisen, Trennungen und Neuanfängen weiter. Ich beschäftigte mich tief mit meinem männlichen Selbstbild, initiierte Männergruppen und Männer-Visionssuchen. Ich erforschte meine körperliche Sinnlichkeit und Kontaktfähigkeit in jahrelanger Praxis des Watsu in warmem Wasser, sowie in tantrischen Kontexten, lernte die Körperbemalung kennen, erforschte die Wurzeln männlicher und weiblicher Identität und experimentierte mit neuen Beziehungsformen.

Wildheit

In der jahrelangen Erfahrung mit Visionssuchen für Männer und Frauen stellte ich immer wieder fest, dass der initiatorische Aufenthalt in der natürlichen Wildnis der Berge, Wüsten, Wälder und Täler auch die männliche und weibliche Identität enorm weitet und einen Zugang zur inneren Wildheit von Körper und Geist öffnet, sowie die Beziehungsfähigkeit vertieft und verfeinert. Ich lernte, dass die Kombination von Verbundenheitserfahrungen und einem einsamen Rückzug in die Wildnis zu einer Verfeinerung der Wahrnehmung, großer Resonanzfähigkeit, hoher Achtsamkeit im Kontakt und einem lebendigeren Eros führt. Statt Wildheit mit rohem, übergriffigen, gewalttätigem Verhalten zu assoziieren, lernte ich, dass Wildheit lebendig, zart, sensibel, resilient und achtsam macht, meine Kraft und Handlungsfähigkeit im Alltag stärkt und meine Kraftquelle wurde. Diesen Bereich weiter zu erforschen war die Absicht des hier angebotenen Seminars ‚Wild Land, wild body, wild love‘ zu dem wir Dich herzlich einladen.

Geseko v. Lüpke, 18.1.2020